Alumni-Porträtreihe: Karrierewege
Valentina Hiseni
Eckdaten
Studienfächer und Abschluss
Medienkulturwissenschaften / Medieninformatik im Verbung
(Bachelor of Arts und Master of Arts, Universität zu Köln)
Aktuelle Position
Fullstack Developer bei DB Cargo
Vorherige Stationen
Werkstudentenjobs bei StartUps, Kleinunternehmen, Großunternehmen sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Interview
Welche drei Dinge fallen Ihnen spontan zu Köln ein?
Coole Menschen, manchmal etwas nervige Fahrradstraßen und natürlich der Rhein.
Warum haben Sie sich zum Studium die Philosophische Fakultät der Uni Köln ausgesucht?
Als Teenager hatte ich das Schülerferienticket und habe damit viele Städte in NRW besucht. Nach einem Besuch in Köln war für mich schnell klar: Egal, was ich später studiere, ich möchte in Köln studieren.
Als ich dann gesehen habe, dass an der Philosophischen Fakultät ein Studiengang angeboten wird, der Medien, technische Kompetenzen und viele verschiedene gesellschaftliche Perspektiven miteinander verbindet, hat mich das sofort neugierig gemacht. Diese Mischung klang für mich unglaublich spannend - und genau deshalb habe ich mich schließlich für dieses Studium entschieden.
Was macht das Studium in Köln / an der Universität zu Köln aus Ihrer Sicht besonders?
Für mich sind es ganz klar die Menschen. Viele sind offen und herzlich, und dadurch kann man auch selbst offen sein und hat nicht das Gefühl, sich verstellen zu müssen.
Außerdem gibt es an der Uni Köln die schönen Uni-Wiesen und sehr viele außeruniversitäre Workshops und Angebote, die man als Student*in besuchen kann. Ich habe aus diesen Vernetzungen unglaublich viel für mein Leben mitgenommen. Besonders schön fand ich, dass viele dieser Angebote kostenlos für Studierende zugänglich waren.
Und auch Köln als Stadt spielt eine große Rolle. Sie ist vielfältig, lebendig und man kommt meistens schnell von A nach B mit dem Fahrrad - auch wenn die Fahrradstraßen manchmal ihre eigenen Regeln haben. Insgesamt ist Köln für mich eine Stadt mit starkem Gemeinschaftsgefühl.
Was sind Ihre Stärken als Geistes- und Kulturwissenschaftlerin?
Eine meiner größten Stärken ist es, das große Ganze im Blick zu behalten. Ich nehme mir Zeit, Dinge zunächst genau zu betrachten und zu analysieren. Dabei versuche ich immer, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und ein Verständnis für verschiedene Blickwinkel zu entwickeln.
Außerdem arbeite ich viel mit gezieltem Nachfragen. Schritt für Schritt lassen sich so weitere Informationen erschließen - oft auch durch Fragen, die vielleicht nicht sofort erwartet werden.
Haben Sie sich Ihren Berufsweg in diesem Maße vor Ihrem Studium so vorgestellt?
Nein, überhaupt nicht. Am Anfang wusste ich eigentlich gar nicht genau, was auf mich zukommt. Ich dachte lange, dass der Weg ziemlich geradlinig ist: Man studiert und hat danach einen Job.
Dass ich währenddessen so viel ausprobieren, mich in verschiedene Richtungen orientieren und viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln würde, hätte ich damals nicht erwartet.
Gab es Situationen oder bestimmte Personen, die Sie inspiriert und Ihnen im Hinblick auf spätere Berufsentscheidungen geholfen haben?
Besonders die Menschen am Institut für Digital Humanities haben mich stark geprägt. Sie haben mich dazu inspiriert, technologische Themen neugierig anzugehen und mich darauf einzulassen, ohne dabei gesellschaftliche Fragen aus dem Blick zu verlieren.
Auch die Perspektiven aus der Medienkulturwissenschaft haben mir sehr geholfen. Dort habe ich gelernt, dass gesellschaftliche Strukturen nicht einfach selbstverständlich oder unveränderlich sind. Diese Erkenntnis war für mich sehr prägend, vor allem als junge Frau, die aus einer kleineren Stadt kommt.
Was würden Sie heute als Studentin anders machen?
Rückblickend würde ich wahrscheinlich versuchen, etwas weniger zu arbeiten und mir mehr Zeit für das Studium und die Erfahrungen drumherum zu nehmen. Allerdings war das damals aus finanziellen Gründen leider nicht wirklich anders möglich.
Was macht Ihnen an Ihrem jetzigen Beruf besonders viel Freude?
Besonders spannend finde ich die immer neuen Herausforderungen, die mich wirklich fordern. Am meisten Freude macht mir aber die Arbeit an Weboberflächen. Es ist ein gutes Gefühl, etwas zu gestalten, das Menschen einen einfachen und verständlichen Zugang zu technischen Anwendungen ermöglicht.
Welche Aufgaben haben Sie dort?
Wir entwickeln neue Webapplikationen, die entweder bestehende Systeme ablösen oder ganz neue Lösungen darstellen. Ziel ist es, den Arbeitsablauf für Mitarbeitende zu erleichtern.
Dafür stehen wir im ständigen Austausch mit Kolleg*innen aus verschiedenen Bereichen, um genau zu verstehen, welche Anforderungen sie haben und was ihnen in ihrem Arbeitsalltag wirklich hilft. Auf dieser Basis entwickeln wir Lösungen und versuchen dabei immer, offen für neue Ideen zu bleiben und gemeinsam gute Ansätze zu finden.
Welche drei Tipps haben Sie für unsere Studierenden der Phil im Hinblick auf Ihr Studium und das spätere Berufsleben?
Unsere Lebens- und Arbeitswelt ist heute sehr dynamisch, deshalb ist Flexibilität eine wichtige Fähigkeit. Auch das Studium an der Philosophischen Fakultät bietet viele Möglichkeiten, genau diese Flexibilität zu entwickeln.
Mein erster Tipp wäre daher: Vernetzt euch. Austausch mit anderen Menschen eröffnet oft neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Zweitens: Probiert Dinge aus. Praktika, Projekte oder Workshops können helfen, eigene Interessen und Stärken besser kennenzulernen.
Und drittens: Macht euch bewusst, was ihr könnt. Ein geisteswissenschaftliches Studium eröffnet viele neue Blickwinkel und genau diese Fähigkeit, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, ist eine große Stärke im späteren Berufsleben.
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