Rückblick/Archiv
Im Folgenden finden Sie die Themenübersichten der vergangenen Vortragsreihen und Semester als Inspiration für spannende Arbeitsorte für Geisteswissenschaftler*innen. Viel Freude beim Stöbern.
Themen & Termine im WiSe 25/26
13.10.2025 | ... und DAS macht man dann damit: Berufliche Orientierung in den Geisteswissenschaften
Eröffnung: Prof. Dr. Andreas Michel, Prodekan für Lehre, Studium und Studienreform
Referentin: Annika-Lena Cramer, Leitung Career Service der Philosophischen Fakultät
“Und was machst du dann damit?” ist eine Frage, der sich Geisteswissenschaftler*innen häufig stellen müssen. Es ist eine nachvollziehbare Frage, denn im Vergleich zu anderen Studienfächern sind Berufsbilder und Jobperspektiven mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Gleichzeitig erzeugt sie bei der Beantwortung mitunter eine gewisse Unsicherheit, wenn man tatsächlich noch keine genaue Vorstellung davon hat, wie es nach der Uni weitergehen soll. Schließlich entscheiden viele von uns sich aus Interesse für geisteswissenschaftliche Fächer, auch ohne zu wissen, wie sich dieses Interesse am Ende in einer Beschäftigung niederschlägt. Doch spätestens, wenn der Abschluss näherrückt und/oder sich Studienzweifel in die eigenen Gedanken schleichen, wächst der Wunsch nach etwas Greifbarem.
Das Gute ist: Durch unser Studium sind wir nicht nur Expert*innen in unseren jeweiligen Fachgebieten. Wir sind ebenso Generalist*innen, weil wir während des Studiums inherent geisteswissenschaftliche Kompetenzen erwerben, die uns zusätzlich attraktiv für den Arbeitsmarkt machen. Somit sind unsere Einsatzbereiche vielseitig - und oft vielseitiger, als man denkt.
Neben einer offiziellen Begrüßung durch den Prodekan für Lehre, Studium und Studienreform bietet die Einführungssitzung dieser Ringvorlesung erste Anknüpfungspunkte für die persönliche berufliche Orientierung. Wir sprechen darüber, was uns als Geisteswissenschaftler*innen eigentlich ausmacht und warum es sich lohnt, auch jenseits des fachlichen Bezugs nach einem Job zu suchen.
20.10.2025 | Verein zur Förderung politischen Handelns e.V.
Zu Gast: Marie Kemter, Bildungsreferentin beim Verein zur Förderung politischen Handelns e.V.
Nach ihrem Abitur geht Marie Kemter erst einmal auf Reisen. Anstatt anschließend wie ursprünglich geplant eine Schauspielschule zu besuchen, nimmt sie stattdessen – inspiriert durch die tiefe Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen – das Studium der Kultur- und Sozialanthropologie auf. Schnell wird klar: Auch thematisch soll ihr späterer Beruf mit den Inhalten des Studiums verknüpft sein. Nach Zwischenstationen u.a. beim WDR sowie in einer Migrant*innen-Selbstorganisation wird dieser Anforderung heute ihr aktueller Job beim Verein zur Förderung politischen Handelns e.V. gerecht, wo sie überparteilich politische Bildungsveranstaltungen zu verschiedensten Themen konzipiert und administrativ begleitet. Der Weg dorthin war jedoch mitunter geprägt von zähen Bewerbungsprozessen. Im Gespräch verrät sie uns, welche Strategien ihr geholfen haben, sich davon nicht demotivieren zu lassen, weshalb sich immer auch ein Blick über den Tellerrand lohnt und warum man sich unbedingt auch auf Stellen bewerben sollte, deren Anforderungsprofil man nur bedingt erfüllt.
Marie Kemter hat an der Universität Münster im 2-Fach-Bachelor Kultur- und Sozialanthropologie und Ökonomik, sowie an der Universität zu Köln im 1-Fach-MA Sozial- und Kulturanthropologie studiert.
27.10.2025 | Fairtrade Deutschland e.V.
Zu Gast: Meike Brenner, Referentin für die Kampagne Fairtrade-Schools bei Fairtrade Deutschland e.V.
Meike Brenner weiß schon immer, dass sie sich beruflich mit sozialer Gerechtigkeit auseinandersetzen will. Besonders am Herzen liegt ihr das Thema Globales Lernen. Sie möchte Menschen dazu befähigen, ihre eigene Position im globalen Kontext zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und daraus verantwortungsbewusste Handlungen abzuleiten. Um in diesem Bereich Fuß zu fassen, absolviert sie während des Studiums Praktika und sammelt in Nebenjobs weitere Erfahrung. Nach dem Studium möchte sie freiberuflich tätig sein und entsprechende Workshops anbieten – doch dann kommt Corona und macht ihr einen Strich durch die Rechnung, sodass sie sich, aus dem Bedürfnis nach Sicherheit heraus, nach Anstellungen umsieht. Als Geisteswissenschaftlerin „braucht man schon ein gewisses Grundvertrauen“, antwortet sie auf die Frage nach dem Umgang mit Herausforderungen und Zweifeln in der Berufsorientierung. „Aber man ist ja nicht die erste Person, die das studiert und die anderen haben ja auch einen Job gefunden.“
Heute ist Meike Brenner wieder ganz bei ihrem Thema: Im Rahmen der Fairtrade-Schools bringt sie Schüler*innen fairen Handel näher und ist dabei für den inhaltlichen und strategischen Ausbau der Kampagne verantwortlich.
Im Gespräch geht es unter anderem um Privilegien bei der Praktikumssuche, Netzwerken außerhalb der comfort zone und darum wie es sich anfühlt, wenn man vor dem Bruder, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert, weiß, was man mit dem Studium anfangen will.
Meike Brenner hat im Bachelor an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Kulturanthropologie im Hauptfach und Politikwissenschaften sowie Erziehungswissenschaften im Nebenfach, und an der Universität zu Köln im Master Interkulturelle Kommunikation und Bildung studiert.
03.11.2025 | Natsana GmbH
Zu Gast: Lea Kehrmann, Team Lead Security and Infrastructure bei Natsana GmbH
„Nichts davon hab ich geplant und Alles ist passiert.“
Lea Kehrmann wollte immer als Lektorin in einem belletristischen Verlag arbeiten. Ihre Studienwahl und ihre Praktika waren einschlägig auf dieses Ziel ausgerichtet. Als sie dann nach Studienabschluss endlich ein Praktikum als Lektorin bei einem großen Verlag absolviert, stellt sie fest: „Das ist ja gar nicht meins“ – und muss sich erst einmal neu finden. Heute leitet sie die IT-Abteilung eines sehr schnell gewachsenen Start-Ups für natürliche Nahrungsergänzungsmittel und wusste bereits im ersten Vorstellungsgespräch, dass dieses Unternehmensumfeld genau ihr Ding ist. Warum das so ist, wie sie mit den Unsicherheiten während ihrer Orientierungsphase umgegangen ist und warum es sich lohnt, öfter mal auf das Bauchgefühl zu hören, erzählt sie uns im Gespräch.
Lea Kehrmann hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln im Bachelor und Master Deutsche Sprache und Literatur sowie English Studies studiert.
10.11.2025 | Junges Theater Bonn
Zu Gast: Katharina Savvides, Ausstattungsleitung und stv. Intendanz bei Junges Theater Bonn
„Wir sollten die Geisteswissenschaften als Stärke begreifen“, antwortet Katharina Savvides auf die Frage, wie man Personen begegnen sollte, die sich skeptisch zur geisteswissenschaftlichem Studienwahl äußern. „Uns stehen viele Türen offen und wir dürfen auswählen, welche davon uns am besten gefällt.“
Die Tür, bzw. vielmehr der Vorhang, der sich für Katharina Savvides nach dem Studium geöffnet hat, befindet sich am Jungen Theater Bonn. Dort entscheidet sie als Ausstattungsleitung über das Bühnen- sowie Kostümbild der einzelnen Produktionen und entwickelt als stellvertretende Intendantin das Junge Theater Bonn konzeptionell und strategisch weiter. Von welchen geisteswissenschaftlichen Fähigkeiten sie dabei profitiert, auch wenn sie viel Zeit in ihrem Malkittel verbringt, und mit welchen Vorurteilen sie über die Geisteswissenschaften aufräumen will, erzählt sie uns in dieser Sitzung.
Katharina Savvides hat an der Universität zu Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Anglistik und Soziologie (Magister) studiert.
17.11.2025 | Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Zu Gast: Sarah Göbbels, Dokumentenmanagerin und Projektleitung bei Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Während ihres Studiums, das sie rein aus Interesse beginnt, entsteht in Sarah Göbbels der Wunsch, in einem historischen Archiv zu arbeiten. Sie absolviert entsprechende Praktika und Nebenjobs… und landet schließlich, nach einer Zwischenstation im Pharmakonzern, beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, wo sie im Dokumentenmanagement Themen wie Dokumentenmanagementsysteme, Aktenpläne und Aufbewahrungsfristen sowie als Projektleitung die Einführung einer E-Akte verantwortet. Heute weiß sie: Auch wenn es kein historisches Archiv ist, in dem sie arbeitet, sind die Themen und Herausforderungen dieselben. Und so sieht sie es als Stärke, als Geisteswissenschaftlerin eben nicht an eine bestimmte Branche gebunden zu sein, sondern in vielfältigen Bereichen wirken zu können – und genau dafür geschätzt zu werden: „Meine Fähigkeiten werden hier gesehen.“ Welche Fähigkeiten das sind und warum ein geisteswissenschaftliches Studium nichts mit der Auseinandersetzung mit Phantasiefragen zu tun hat, ist Teil unseres Austauschs.
Sarah Göbbels hat im Bachelor Skandinavistik und English Studies an der Universität zu Köln, sowie anschließend im Master Editions- und Dokumentwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal studiert.
24.11.2025 | Eurowings Digital
Zu Gast: Dr. Florian Bogner, Data Scientist bei Eurowings Digital
Dr. Florian Bogner studiert zunächst etwas, das Personen, die den Geisteswissenschaften skeptisch gegenüberstehen, im Vergleich vermutlich als etwas ‚Handfestes‘ bezeichnen würden: Maschinenbau und angewandte Informatik. Als er merkt, dass ihm dies nicht liegt, wechselt er in die Rechtswissenschaft. Auch hier fühlt er sich nicht zugehörig und erinnert sich schließlich an eine Anekdote aus der Abizeitung, die ihm eine außerordentlich glühende Leidenschaft für Sprache und das Denken bescheinigt. Inspiriert dadurch kommt er zum Studium der Germanistik und Linguistik, wo er auf Anhieb eine Leichtigkeit verspürt. Diese verfolgt er bis zur Promotion – und verlässt die Wissenschaft dann aus verschiedenen Gründen. Heute ist er Data Scientist bei Eurowings Digital und prognostiziert anhand verschiedener Szenarien, wie sich bestimmte Angebote und Aktionen auf das Buchungsverhalten der Kund*innen auswirken. Im Gespräch erzählt er uns unter anderem, wie er dort gelandet ist, wann sich aus seiner Sicht eine Promotion lohnt, und wie man auch in einer Phase der Arbeitslosigkeit nicht den Mut verliert.
Dr. Florian Bogner hat an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Bachelor Germanistik und Linguistik, sowie im Master Linguistik studiert. Anschließend promovierte er im Fach Linguistik an der Universität zu Köln.
01.12.2025 | DeepL
Zu Gast: Robin Boost, Dutch Language Specialist bei DeepL
Dass man während des Studiums auch Kompetenzen über das Fachwissen hinaus erwirbt, weiß Robin Boost ganz genau. Angetrieben von seinem Wunsch, Informationen so aufzubereiten, dass andere sie verstehen, möchte er nach seinem Studium als Übersetzer arbeiten. Als es in diesem Bereich aufgrund verschiedener Umstände nicht mit einem direkten Berufseinstieg klappt, setzt er sich mit der Frage auseinander, wozu sein Studium ihn darüber hinaus befähigt hat – und verfügt schließlich über eine ganze Sammlung an soft skills, welche er bei seinem ersten Job in der Qualitätssicherung eines IT-Unternehmens gewinnbringend einsetzen kann. Über einen Kontakt wird er dann auf eine Stellenausschreibung als Dutch Language Specialist bei DeepL aufmerksam und ist von dieser so begeistert, dass er innerhalb von 20 Minuten seine Bewerbung schreibt und abschickt – mit Erfolg! Heute ist er dort verantwortlich für die Lokalisierung, d.h. die kulturgerechte Übersetzung überwiegend englischsprachiger Texte ins Niederländische. Neben der Auswertung verschiedener Datensätze analysiert er, wie sich die niederländische Sprache im Vergleich zu anderssprachigen Vorlagen verhält, damit dies entsprechend programmiert und vom LLM in der täglichen Anwendung genutzt werden kann.
In unserem Gespräch geht es um die Wichtigkeit von soft skills, Unternehmenskultur, darum, wie es sich anfühlt, als Geisteswissenschaftler in einem Tech-Unternehmen zu arbeiten und warum Robin Boost jeden Tag ein bisschen weniger Angst hat, dass sein Job irgendwann durch sein eigenes Zutun überflüssig wird.
Robin Boost erhielt von der Zuyd Hogeschool in Maastricht einen Bachelor of Translation (Fächer Englisch und Deutsch) und absolvierte anschließend an der Universität zu Köln ein weiteres Bachelorstudium in den Fächern Fennistik und Niederlandistik.
08.12.2025 | Kreisverwaltung Ahrweiler | Schatzkammer Werden
Zu Gast: Jule Wölk, Kulturreferentin bei Kreisverwaltung Ahrweiler und Geschäftsführung sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Schatzkammer Werden
„Und du wirst 21, 22, 23 und du kannst noch gar nicht wissen, was du willst.“
So wie in diesem Song der Band AnnenMayKantereit fühlt sich Jule Wölk, als sie, angetrieben von ihrer Affinität zur Kunsttheorie und Büchern, das Studium der Kunstgeschichte und Komparatistik aufnimmt – ohne einen konkreten Plan, in welchem Bereich sie nach dem Studium tätig sein möchte. Während des Studiums sammelt sie erste Berufserfahrungen im universitären und musealen Bereich. Als sie schließlich ein zweijähriges Volontariat im Museum Schnütgen absolviert, werden trotz des tollen Arbeitsumfelds mit Blick auf ihre berufliche Zukunft Zweifel lauter: Kann ich mir das Volontariat finanziell überhaupt leisten? Was mache ich, wenn ich danach nicht direkt eine Anstellung finde? Hätte ich besser etwas anderes studiert? Soll ich doch noch eine Promotion anschließen?
Heute hat Jule Wölk die einschneidende Phase der Unsicherheit hinter sich gelassen und ist in gleich zwei Bereichen tätig: Als Kulturreferentin bei der Kreisverwaltung Ahrweiler berät und unterstützt sie Kulturschaffende bei der Umsetzung ihrer Projekte und ist mitverantwortlich für die Gedenkarbeit zur Flutkatastrophe. Zusätzlich ist sie Geschäftsführerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Schatzkammer Werden in Essen, wo sie unter anderem Ausstellungen organisiert oder wissenschaftliche Anfragen bearbeitet.
Auch, wenn sich am Ende alles gefügt hat, sprechen wir über ihr mulmiges Gefühl, sich arbeitssuchend zu melden, mögliche Entscheidungshilfen bei essenziellen und existentiellen Fragen und darüber, warum es sinnvoll ist, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was man eigentlich im Leben will.
Jule Wölk hat an der Ruhr-Universität Bochum Komparatistik und Kunstgeschichte im Bachelor, und an der Universität zu Köln Kunstgeschichte im Master studiert.
15.12.2025 | Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC
Zu Gast: Christina Rübel, Senior Associate im Bereich Financial Services Transformation bei PwC
Christina Rübel kommt schon früh mit der chinesischen Sprache und Kultur in Berührung: Bereits ihre Mutter studierte Chinesisch. In der Schule hat sie die Gelegenheit, die Sprache selbst zu lernen – und verbringt, fasziniert davon, nach dem Abitur einige Monate in China, um noch tiefer in die Kultur einzutauchen. Bestärkt darin, dass ein Studium der Regionalwissenschaften China das Richtige für sie ist, immatrikuliert sie sich an der Universität zu Köln und kombiniert ihr geisteswissenschaftliches Studium mit BWL, um sich zusätzlich ein wirtschaftliches Grundverständnis anzueignen.
Nach dem Studium, das steht für Christina Rübel eigentlich fest, soll sich ihre Begeisterung für China auch in ihrer Berufswahl wiederfinden. Als sie sich am nach dem Abschluss jedoch entscheiden muss, ob sie dem Bereich, dem sie während ihrer Werkstudentinnentätigkeit bei PwC angehört, treu bleibt, oder ob sie sich zugunsten des Chinabezuges umorientieren möchte, entscheidet sie sich für Ersteres – und unterstützt nun als Senior Associate im Bereich Financial Services Transformation Unternehmen bei der Optimierung ihrer Finanzprozesse.
Zunächst klingt es so, als sei dieser Job primär auf ihren Hintergrund als BWLerin zurückzuführen. Doch dieser Eindruck täuscht! Christina Rübel ist sich der Stärken sehr bewusst, die sich aus ihrem geisteswissenschaftlichen Studium ergeben und für die sie bei PwC geschätzt wird – auch wenn der fachliche Bezug zu ihrem Studium derzeit nicht gegeben ist. Welche Stärken dies sind, warum Christina Rübel bereit war, in Sachen Chinabezug einen Kompromiss einzugehen und was sie Personen sagt, die den Abschluss B.A./M.A. (im Vergleich zu B.Sc./M.Sc.) belächeln, erfahren wir im Gespräch.
Christina Rübel hat an der Universität zu Köln im Bachelor und Master Regionalstudien China mit dem Schwerpunkt BWL studiert.
12.01.2026 | Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Zu Gast: Dr. Marcus Conlé, Referent für Forschungssicherheit und Exportkontrolle bei Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
„In China geht alles an Entwicklungen viel schneller. Die 1970er und heute, allein die 2000er und heute – das sind zwei völlig unterschiedliche Welten.“ Dr. Marcus Conlé interessiert sich schon immer für andere Länder, insbesondere für China. Um zu verstehen, wie dieses Land funktioniert, entscheidet er sich für den Verbundstudiengang Regionalwissenschaften China mit Schwerpunkt VWL – und ist fasziniert von den Fragestellungen, die sich aus der Kombination von Ökonomik und Geisteswissenschaften ergeben.
Nach verschiedenen wissenschaftlichen Stationen am DESY und GIGA ist Dr. Conlé heute im Wissenschaftsmanagement beim Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg tätig. Als Chinaexperte baut er dort den Bereich für Forschungssicherheit und Exportkontrolle auf. Das bedeutet (in a nutshell), die Einhaltung und Umsetzung der Grundsätze für wissenschaftliche Kooperationen mit herausfordernden Partnerländern sicherzustellen: Wie sichert man schützenswertes Wissen – etwa personenbezogene Daten, proprietäres Laborwissen oder sensitive Technologien – vor Missbrauch? Wo sind Einfallstore, die einen Missbrauch überhaupt erst ermöglichen? Welche Projekte besitzen Dual Use-Potential, d.h. können auch für militärische Zwecke genutzt werden?
Im Gespräch erhalten wir einen Einblick in die vielseitige und spannende Welt des Wissenschaftsmanagements. Wir sprechen über die Wichtigkeit von Netzwerken und die Vorteile einer Arbeit am sweet spot zwischen Forschung und Verwaltung.
Dr. Marcus Conlé hat an der Universität zu Köln auf Diplom Regionalwissenschaften China mit Schwerpunkt VWL studiert und an der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen im Fach Betriebswirtschaftslehre (Dr. rer. oec.) promoviert.
19.01.2026 | DB Cargo
Zu Gast: Valentina Hiseni, Entwicklerin bei DB Cargo
Für Valentina Hiseni ist das Studium nicht nur Mittel zum Zweck, um in eine Großstadt zu ziehen. Neben der Horizonterweiterung auf einer sehr persönlichen Ebene bietet es ihr in erster Linie eine Chance, sich intensiv mit ihren Interessen auseinanderzusetzen: „Ich fand Medien cool und Informatik auch – und das Zusammenspiel untereinander: Ich hatte da gerade meinen ersten Game Boy. […] Durch die Betrachtung der Dinge auf einer Metaebene haben sich bei mir neue Nervenbahnen zusammengefunden.“
Da sie während des Studiums verschiedene Programmiersprachen lernt, sammelt Valentina Hiseni bereits früh Erfahrung im Bereich der Entwicklung, so zum Beispiel in der Gamingbranche und in einem Start-Up. Auch, wenn sie darüber hinaus mit einer Karriere in der Wissenschaft liebäugelt, entscheidet sie sich zugunsten der Arbeitsplatzsicherheit für einen unbefristeten Job bei DB Cargo. Dort konzipiert und entwickelt (programmiert) sie heute interne Applikationen, mit der beispielsweise Störfälle dokumentiert werden können.
Auch, wenn Sie das Gefühl hat, sich im Vergleich zu Personen mit reinem Informatikstudium mehr beweisen zu müssen, ist sie sich der Stärken, die sie als Geisteswissenschaftlerin zusätzlich auszeichnen, sehr bewusst: „Wir sehen immer das große Ganze und können darin alles bis ins kleinste Detail runterbrechen. Außerdem sind wir empathiefähig – so kann ich mich sehr gut in meine Zielgruppe hineinversetzen.“ In den Geisteswissenschaften, so sagt sie, muss man sich nicht nur fachlich, sondern übergeordnet damit befassen, was man gut kann. Wie man das macht, erfahren wir im Gespräch.
Valentina Hiseni hat an der Universität zu Köln im Bachelor und Master Medienkulturwissenschaften und Medieninformatik im Verbund studiert.
26.01.2026 | Diskussion und Reflexion: Geisteswissenschaftliche Stärken und Kompetenzen erkennen und nutzen
Referentin: Annika-Lena Cramer, Leitung Career Service der Philosophischen Fakultät
Nachdem wir inzwischen einen Eindruck davon bekommen haben, wie der Werdegang bei anderen Geisteswissenschaftler*innen verlaufen ist, blicken wir heute auf uns selbst. Wir wollen uns gezielt mit der Frage auseinandersetzen, welche Kompetenzen, skills, Leidenschaften und Interessen wir persönlich mitbringen und wie wir das Wissen darüber gezielt bei der Identifikation passender Stellen einsetzen können.
Außerdem bietet der heutige Termin Raum für Diskussion und persönliche Reflexion: Was hat mich im Rahmen der Ringvorlesung mit Blick auf geisteswissenschaftliche Berufsprofile überrascht? Welche Erkenntnisse nehme ich mit? Mit welcher Einstellung möchte ich zukünftig an die Jobsuche herantreten? Und was werde ich antworten, wenn mich das nächste Mal jemand fragt “Und was machst du dann damit”?
02.02.2025 | Deutsche UNESCO-Kommission
Zu Gast: Jeannine Hausmann, Leitung Fachbereich Internationale Zusammenarbeit und Zukunftsthemen bei Deutsche UNESCO-Kommission
Jeannine Hausmann weiß bereits früh im Studium, dass sie im Bereich der internationalen Zusammenarbeit tätig sein möchte – auch wenn die Frage „Und was wird man damit?“ sie hin und wieder verunsichert. Um eine konkretere Vorstellung ihrer Möglichkeiten zu bekommen, absolviert sie verschiedene Praktika, beispielsweise bei der Delegation der Europäischen Kommission in La Paz, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Da der Arbeitsmarkt wenig Stellen für Berufseinsteiger*innen bietet, konzentriert sie sich bei der anschließenden Jobsuche auf Programme in der internationalen Zusammenarbeit, die sich explizit an Absolvent:innen richten. Ein einjähriges internationales Trainingsprogramm erleichtert ihr den anschließenden Einstieg ins Berufsleben. Als sie nach einigen Jahren im Beruf jedoch merkt, dass der internationale Bezug ihrer Arbeit langsam in den Hintergrund rückt, setzt sie sich bewusst mit der Frage auseinander, was sie denn eigentlich von ihrem Beruf erwartet. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung: Heute leitet Jeannine Hausmann den Fachbereich Internationale Zusammenarbeit und Zukunftsthemen der Deutschen UNESCO-Kommission, wo sie sich mit aktuellen technologischen Entwicklungen und deren Implikation für die Gesellschaft auseinandersetzt. In dieser Rolle ist sie beratend für die Politik tätig, setzt Projekte mit unterschiedlichen internationalen Partnern um und hält ganz grundsätzlich viele Fäden zusammen.
Im Gespräch gibt sie uns einen tieferen Einblick in ihre Arbeit und verrät uns unter anderem, wie man eigentlich herausfindet, was man gut kann und wohin man sich beruflich orientieren möchte.
Jeannine Hausmann hat an der Universität zu Köln Regionalwissenschaften Lateinamerika auf Diplom studiert.
Themenübersicht vom WiSe 24/25
07.10.2024 | Einführung: Mein Profil als Geisteswissenschaftler*in
Eröffnung: Prof. Dr. Andreas Michel, Prodekan für Lehre, Studium und Studienreform
Referentin: Jessica Marx, Leitung Career Service der Philosophischen Fakultät
Die Auftaktveranstaltung von "Arbeitsorte für Geisteswissenschaftler*innen" umfasst eine offizielle Begrüßung sowie eine Einführung in die Möglichkeiten mit einem geisteswissenschaftlichen Studium. In diesem Kontext werden Ihnen erste Impulse zur persönlichen Standortbestimmung und beruflichen Orientierung gegeben, um neue Perspektiven zu eröffnen. Zudem wird Jessica Marx, Leiterin des Career Services der Philosophischen Fakultät, die Frage beleuchten, inwieweit ein geisteswissenschaftliches Studium für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Dabei wird auf unterschiedlichen Ebenen mit Ihnen erarbeitet, wie viele Fähigkeiten und Kompetenzen während der Studienzeit zusammenkommen, die wiederum auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt sind.
14.10.2024 | Wissenschafts- und Hochschulmanagement
Zu Gast: Dr. Tim Leiendecker, Leiter der Rektoratsabteilung an der WHU Otto Beisheim School of Management
Erste Einblicke in das Wissenschafts- und Hochschulmanagement bekam Dr. Tim Leiendecker während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Altertumskunde. Damit eröffnete sich für ihn neben den Möglichkeiten, im Anschluss an die Promotion in den Schuldienst zu gehen oder eine wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen, eine dritte und für ihn spannende berufliche Alternative. Der besondere Reiz lag und liegt für ihn im Arbeitsumfeld Hochschule und den vielfältigen Tätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Wissenschafts-, Lehrbetrieb und Verwaltung. Wertvolle Hinweise, wie man den Schritt in dieses Berufsfeld vollziehen kann, erhielt Tim Leiendecker dabei im Austausch mit Kolleg*innen, die diesen Weg bereits gegangen waren, so dass er zum Abschluss seiner Promotions- und Arbeitszeit an der Universität zu Köln unter anderem durch den Besuch geeigneter Fortbildungen diese berufliche Neuorientierung gezielt vorbereiten konnte.
So ebnete er sich den Weg, um im direkten Anschluss an seine Promotion, zunächst eine Stelle als Mitarbeiter für den Bereich interne Akkreditierungen und Qualitätsmanagement an der WHU Otto Beisheim School of Management zu übernehmen und sich dort beruflich weiterzuentwickeln. Er stieg anderthalb Jahre später in die Teamleitung für diesen Bereich auf und übernahmim Sommer 2024 die Abteilungsleitung des Rektorats mit einem breiten Aufgabenspektrum im Hochschulmanagement.
Welche Anforderungen und Aufgaben sich genau hinter Wissenschafts- und Hochschulmanagement verbergen, was ihm besonders viel Freude in seinem internationalen Hochschulkontext bereitet, welche Stärken er aus Studium und Promotion in seinen Job einbringen kann und worauf er mittlerweile selbst bei der Personalauswahl achtet, verrät Tim Leiendecker im persönlichen Gespräch mit uns.
Dr. Tim Leiendecker hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Englisch und Latein auf Lehramt Gymnasium/Gesamtschule (1. Staatsexamen) studiert und anschließend im Fach Latein promoviert.
21.10.2024 | Wissenschaftskommunikation in der Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Forschungsorganisation
Zu Gast: Sebastian Grote, Head of Communications, Helmholtz-Gemeinschaft
Als Sebastian Grote im Rahmen einer Volontariats-Hospitation die Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin kennenlernte, hätte er im Traum nicht daran gedacht, dass er eines Tages für die Kommunikationsleitung zurückkehren würde. Schon während des Studiums schrieb Sebastian Grote für verschiedene Medien, arbeitete erst als Studentische Hilfskraft und nach dem Studium als Volontär im Dezernat 8 für Kommunikation und Marketing der Universität zu Köln und entdeckte zunehmend sein Interesse für Wissenschaftskommunikation. Den Schritt in unbekanntes Terrain und raus aus der eigenen Komfortzone ging er, um einen Job beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven anzunehmen, wo er für die Öffentlichkeitsarbeit zu Themen der Polar- und Meeresforschung zuständig war. Anfang letzten Jahres wechselte er erneut und trat in Berlin die Stelle als Head of Communications der Helmholtz-Gemeinschaft an. Mit Sebastian Grote sprechen wir über seine täglichen Aufgaben, was sich hinter dem Arbeitsfeld Wissenschaftskommunikation genau verbirgt, über die Bedeutung und die Möglichkeiten eines Volontariates, welche Tipps er für den Bewerbungsprozess mitgeben möchte und warum er empfiehlt, immer wieder mal die eigene Komfortzone zu verlassen.
Sebastian Grote hat an der Universität zu Köln Skandinavistik, Fennistik und Geschichte (Magister Artium) studiert.
28.10.2024 | Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V.
Zu Gast: Diane Ciesielski, Geschäftsführerin, Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V.
Als Kunsthistorikerin lebt und liebt Diane Ciesielski die Vermittlung von Kunst. Im Rahmen ihrer Funktion als Geschäftsführung der Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V. verantwortet sie seit fünfeinhalb Jahren neben der Kunstvermittlung zahlreiche weitere Aufgaben wie Budget, Personal, Konzeption, Netzwerkarbeit, Ausstellungen, Kurzreisen, Führungen, Seminare und wissenschaftliche Publikationen. Mit einem zehnköpfigen Team setzt sie sich für mehr Sichtbarkeit des Vereins sowie niedrigschwellige und zielgruppenspezifische Angebote für ganz verschiedene Zielgruppen ein, um Kunst und Kultur der beiden Museen für alle nahbar zu gestalten. Im Gespräch mit ihr erfahren wir u.a., wie ihr Arbeitsalltag als Geschäftsführerin eines der ältesten und größten Museumsvereine Deutschlands aussieht, welche Kompetenzen ihr aus dem Studium heute noch bei der Bewältigung des vielfältigen Aufgabenpakets helfen, warum man nicht alles im Job können muss, welche gesellschaftlichen Veränderungen sie seit Corona festgestellt hat und was ihr an ihrem Arbeitsort am besten gefällt.
Diane Ciesielski hat Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie (Magister Artium) in Aachen, Rom und Köln studiert.
04.11.2024 | Unternehmensberatung Sinopsis
Zu Gast: Nils Kurfürst, Senior Berater bei Sinopsis
Als sich Nils Kurfürst nach seinem Studienabschluss bei seinem ersten Job in einer Werbeagentur ganz nebenbei noch um die Prozessbegleitung der Einführung eines neuen IT-System gekümmert hat, war ihm in dem Moment nicht klar, dass sich damit die Tür zu einem ganz neuen Arbeitsfeld und seinem heutigen Job geöffnet hatte. Denn mittlerweile arbeitet Nils Kurfürst als Unternehmensberater bei Sinopsis in Köln mit dem Schwerpunkt auf der Einführung von Software insbesondere bei Trägern der Sozialversicherung. Sein Expertengebiet ist die Rollout Beratung. Aus seinem geisteswissenschaftlichen Studium nimmt er vor allem die Fähigkeit für seinen Berufsalltag mit, mit großen Mengen an Komplexität, Text und theoretischen Konzepten umzugehen und sie auf substanzielle greifbare Dinge herunterzubrechen. An die Angst, nicht zu wissen, wie die berufliche Zukunft nach einem geisteswissenschaftlichen Studium aussieht, kann sich Nils Kurfürst allerdings auch noch sehr gut erinnern. Genau deshalb möchte er mit uns ins Gespräch kommen und darüber berichten, was er als Geisteswissenschaftler in einer Unternehmensberatung genau macht, was ihm geholfen hat, herauszufinden, wie und was er eigentlich arbeiten möchte, warum es wichtig ist, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und ganz offen und ehrlich in Bewerbungsprozess und Job zu kommunizieren und sich treu zu bleiben.
Nils Kurfürst hat an der Universität Bonn Amerikanistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Politische Wissenschaft (Magister Artium) studiert.
18.11.2024 | Carl Duisberg Centren - Bildung ohne Grenzen
Zu Gast: Helga Grabbe, Director Business Development LATAM und Presidenta at Centro de Capacitacíon Alemán Mexiko) bei Carl Duisberg Centren
Für Helga Grabbe hat sich schon während des Studiums, aber auch an allen beruflichen Stationen im In- und Ausland bewahrheitet, dass da, wo Leidenschaft für übernommene Aufgaben ist, sich automatisch weitere berufliche Schritte ergeben. Auf ihrem Karriereweg half ihr vor allem das Bewusstsein darüber, dass Geisteswissenschaftler*innen als Generalist*innen in verschiedenen Bereichen einsetzbar sind. Heute knüpft sie als Präsidentin und Geschäftsführerin der Tochtergesellschaft der Carl Duisberg Centren in Mexiko auf höchsten Ebenen Kontakte, schließt Verträge ab, ist Managerin und Coachin. Ihr Antrieb sind nach wie vor sinnstiftende Aufgaben, die z.B. bewirken, dass sich junge Menschen durch internationale Bildungsprogramme beruflich weiterentwickeln können. Welche Aufgaben Helga Grabbe genau hat, welche Kompetenzen sie konkret in ihrem Studium entwickelt hat und warum Leidenschaft für sie wegweisend ist, erfahren wir im Gespräch mit ihr.
Helga Grabbe hat Sinologie, Germanistik, Erziehungswissenschaften (Magister Artium) an der Universität zu Köln studiert.
25.11.2024 | Selbstständige Politische Bildnerin im Bereich Erwachsenenbildung
Zu Gast:Manon Diederich, Co-Geschäftsführerin von subVision & Politische Bildnerin im Bereich Erwachsenenbildung
Manon Diederich liebt ihren Job – auch wenn die Selbstständigkeit sie immer wieder vor Herausforderungen stellt und ein hohes Maß an Resilienz erfordert. Ergeben sich dann aber Projekte wie beispielsweise die Arbeit als International Consultant für die GIZ in Vietnam, fühlt es sich so an, als käme alles verbindend zusammen. Manon Diederich arbeitet als selbstständige politische Bildnerin im Bereich Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt auf Intersektionalität und transkulturelle Kompetenz und ist Co-Geschäftsführerin von subVision. Im Gespräch mit ihr möchten wir u.a. erfahren, wie sie es geschafft hat, ihren Job so zu gestalten, dass er einen gesellschaftlichen Mehrwert bringt, wie sie mit Unsicherheiten im Rahmen ihrer Selbstständigkeit umgeht, wie wichtig das eigene Netzwerk nicht nur für die Selbstständigkeit, sondern grundsätzlich für den Berufseinstieg ist, wie ihr Alltag aussieht und inwieweit ihr das geisteswissenschaftliche Studium auf ihrem Weg und in ihrem Berufsalltag weiterhilft.
Manon Diederich hat Geographie, Sozial- und Kulturanthropologie und Afrikanistik (Magister Artium) an der Universität zu Köln studiert.
02.12.2024 | Freiberuflicher Projektmanager
Zu Gast: Helge Kuhnert, freiberuflicher Projektmanager & Lehrbeauftragter für „Theorien und Praktiken professionellen Schreibens“ am Institut für deutsche Sprache und Literatur I
Als Helge Kuhnert nach dem Master als Lektor in einem Musikverlag anfing, fühlte es sich für ihn so an, als hätte er seinen Traumjob gefunden. Dass er sich nach weiteren Erfahrungen beim Egmont und Emons Verlag jedoch weg vom damals geliebten Lektorat hin zum Projekt- und Content Management bewegen würde, hätte er sich früher nicht vorstellen können. Heute macht Kuhnert sich seine zwölf Jahre Berufserfahrung zunutze und arbeitet als freiberuflicher Projektmanager für Kund*innen wie beispielsweise DHL und arbeitet damit in einem Bereich, von dem er zu Zeiten von Studium und Berufseinstieg nicht einmal wusste, dass es diesen gibt.
Was Helge Kuhnert dazu bewegt hat, seinen „Traumjob“ im Musikverlag aufzugeben, wie er mit Phasen der Orientierungslosigkeit umgegangen ist, welche Chancen und Herausforderungen er in seiner Freiberuflichkeit sieht, was all das mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun hat, was ein Projekt- und Contentmanager genau verantwortet und welche Stärken er aus seinem geisteswissenschaftlichen Studium mitnimmt, erfahren wir im persönlichen Gespräch mit ihm.
Helge Kuhnert hat an der Universität zu Köln Deutsche Sprache und Literatur, Niederlandistik sowie Musikwissenschaft studiert (Magister Artium).
09.12.2024 | Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
Zu Gast: Dr. Gordon Bölling, Bereichsleiter für den Arbeitsbereich Forschung in der Geschäftsstelle der Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
Bevor Dr. Gordon Bölling die Leitung des Arbeitsbereiches Forschung in der Geschäftsstelle der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) übernommen hat und in das Wissenschaftsmanagement gewechselt ist, war er nach seiner Promotion an der Philosophischen Fakultät in Forschung und Lehre am Englischen Seminar I der Universität zu Köln tätig. Wir freuen uns auf das Gespräch mit ihm über seinen Werdegang und seine aktuelle Tätigkeit.
13.01.2025 | KreativLab WDR Orchester und Chor
Zu Gast: Barbara Körner-Franck, Leiterin des KreativLab WDR Orchester und Chor
„Ich darf mich den ganzen Tag mit Musik beschäftigen und bekomme auch noch Geld dafür“: Barbara Körner-Franck ist Diplom-Medienwissenschaftlerin und leitet seit fünf Jahren ein rund 35-köpfiges Team an festen und freien Mitarbeiter*innen im KreativLab WDR Orchester und Chor. Mit dem WDR geht es für unsere Alumna wieder an den Arbeitsort zurück, der sie während des Studiums bereits als Freie Mitarbeiterin lange Zeit begleitet hat. Als Markenmanagement und Redaktion für Print und Digital unterstützt das KreativLab die vier Ensembles des WDR. Damit verbindet Barbara Körner-Franck ihre Leidenschaft für Musik mit Ihrer fundierten Erfahrung und Kompetenz im Digitaljournalismus. Denn zuvor war sie zehn Jahre lang bei RTL interactive; zunächst als Volontärin, später als Redaktionsleitung und stellvertretende Chefredakteurin. Im Gespräch mit ihr erfahren wir, warum wir nicht alles können müssen, was im Job gefordert ist, sprechen über Berufsbild und Realität sowie den Wandel in der Medienbranche, ihre täglichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die Bedeutung des Volontariates und bekommen Einblicke, wie sich Barbara Körner-Franck ihren erfolgreichen Berufsweg geebnet hat.
20.01.2025 | Landeskriminalamt Berlin
Zu Gast: Yasmina, M.A.
Yasmina absolvierte ihren Master in Islamwissenschaften an der Universität zu Köln, wo sie an einem Forschungsprojekt zum Thema salafistische Diskurse in NRW beteiligt war. Anschließend wechselte sie in die Praxis, war Beraterin in einem Islamismus-Präventionsprogramm und arbeitet aktuell im interdisziplinären Kontext in einer Sicherheitsbehörde im Bereich Extremismusprävention und Deradikalisierung.
27.01.2025 | MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln
Zu Gast: PDDr. Thomas Otten, Gründungsdirektor des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln
PD Dr. Thomas Otten leitet ein Museum, das es so noch gar nicht gibt: Ab 2028 sollen Besucher*innen 2000 Jahre Geschichte der Stadt Köln im MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln und damit Ausstellungen erleben können, an denen Thomas Otten mit seinem 16-köpfigen Team die letzten Jahre gearbeitet hat. Nach dem Abitur hatte sich Otten ursprünglich für Elektro-Technik eingeschrieben, um dann zu bemerken, dass er lieber das studieren sollte, was seinem wirklichen Interesse entspricht. Er kletterte die Karriereleiter hoch: Über Studium, Promotion (später sogar Habilitation) führte ihn sein beruflicher Weg durch zahlreiche Stationen über Ausgrabungstätigkeiten, Bodendenkmalpflege, musealer Arbeit und Ausstellungen ins Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW und dann bis in die Leitung des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln. Was ihm auf seinem Weg bei seinen beruflichen Entscheidungsprozessen geholfen hat, warum es wichtig ist, eigene Spielräume im Job zu erkennen und zu nutzen, welche Aufgaben er derzeit als Gründungsdirektor übernimmt und was ihn dazu bewogen hat, einige Jahre nach seiner Promotion auch noch nebenberuflich zu habilitieren, erfahren wir im Gespräch mit ihm.
PD Dr. Thomas Otten hat in Bonn und München im Hauptfach Vor- und Frühgeschichte und in den Nebenfächern Klassische Archäologie und Alte Geschichte (Magister Artium) studiert und anschließend in München auch promoviert sowie habilitiert. Am Institut für Klassische Archäologie der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln war er von 2008 bis 2021 außerdem als Lehrbeauftragter tätig.
Themenübersicht vom WiSe 23/24
09.10.2023 | Einführung: Mein Profil als Geisteswissenschaftler*in
Referentinnen: Jessica Marx, Leitung Career Service der Philosophischen Fakultät & Lilian Steinbach, Dekanat der Philosophischen Fakultät
Die Auftaktveranstaltung von "Arbeitsorte für Geisteswissenschaftler*innen" umfasst eine offizielle Begrüßung sowie eine Einführung in die Möglichkeiten mit einem geisteswissenschaftlichen Studium. In diesem Kontext werden Ihnen erste Impulse zur persönlichen Standortbestimmung und beruflichen Orientierung gegeben, um neue Perspektiven zu eröffnen. Zudem werden Jessica Marx, Leiterin des Career Services der Philosophischen Fakultät und Lilian Steinbach, Mitarbeiterin im Dekanat der Philosophischen Fakultät sowie Lehrbeauftragte an der Uni Bonn u.a. zum Themenschwerpunkt: Perspektiven mit Geisteswissenschaften, die Frage beleuchten, inwieweit ein geisteswissenschaftliches Studium für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Dabei wird auf unterschiedlichen Ebenen mit Ihnen erarbeitet, wie viele Fähigkeiten und Kompetenzen während der Studienzeit zusammenkommen, die wiederum auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt sind.
16.10.2023 | Rautenstrauch-Joest-Museum
Zu Gast: Dr. Oliver Lueb, wissenschaftlicher Referent für Ozeanien und wissenschaftlicher Leiter am Rautenstrauch-Joest-Museum
Seine Karriere beim Rautenstrauch-Joest-Museum scheint auf den ersten Blick sehr klassisch: Dr. Oliver Lueb begann als Praktikant, erhielt in der Folge einen Werkvertrag, übernahm eine halbe und letztlich eine ganze Stelle bis zur Position der wissenschaftlichen Leitung. Gehen wir ein Stück mehr in seine berufsbiographische Vergangenheit, zeigt sich ein noch vielfältigerer und inspirierender Weg. Nach dem Abi ging für Oliver Lueb alles mit einer Ausbildung als Hotelfachmann los, gefolgt von einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium, mit dem er seinen Weg in die Consumer Goods Branche und das internationale Marketing ebnete. Als ihm zunehmend klarer wurde, dass ihn insbesondere und am meisten die unterschiedlichen Nationalitäten und kulturellen Prägungen interessierten, entschied er sich erneut für ein Studium in Malaiologie, Politikwissenschaft und Ethnologie an der Uni Köln (Magister Artium) mit dem Schwerpunkt Ozeanien/Pazifikwelt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war für unseren Alumnus klar, dass er ins Museum möchte.
Mit ihm sprechen wir u.a. über die sehr vielfältigen & spannenden Berufswege in die Museumbranche, was ihm für seine Entscheidungen für Studium, Promotion, Praktika und Jobs geholfen hat, diskutieren, inwieweit der klassische Weg über ein Volontariat langsam überholt sein könnte, und zeigen auf, wie wegweisend es sein kann, im Studium seinen eigenen Interessen zu folgen und bei sich zu bleiben.
23.10.2023 | WDR: Digitale Angebote für Kinder
Zu Gast: Pascal Dombrowicz, Redakteur Digitale Angebote für Kinder beim WDR
Dass Pascal Dombrowicz eines Tages Redakteur für Digitale Angebote für Kinder beim WDR sein würde, hätte er wenige Jahre zuvor in der Form nicht vermutet. Denn in seinem Bachelor Medienkulturwissenschaft und Kunstgeschichte hat sich unser Alumnus zunächst viel stärker auf Theaterwissenschaften fokussiert. Erst in einem Verlagspraktikum bemerkte er sein Talent für das Texten. Wie er es über die Freie Mitarbeit und ein Volontariat bis zum festangestellten Redakteur geschafft hat, wird er uns im Gespräch verraten. Darüber hinaus besprechen wir, wie bedeutsam Praktika und die eigenen Schreibproben, wie vielfältig die Aufgaben als WDR-Redakteur sind, was es mit der Doppeladressierung auf sich hat und warum es für ihn rückblickend eher förderlich war, das Studium nicht in Regelstudienzeit zu beenden, sondern währenddessen nach links und rechts zu schauen.
30.10.2023 | Alexander von Humboldt-Stiftung
Zu Gast: Annika Cramer, Projektleitung (Einführung einer individuellen eAkte) in der Alexander von Humboldt-Stiftung
Für Annika Cramer stand fest, dass sie etwas studieren möchte, was sie interessiert. Die Frage nach dem Berufsziel war damals zweitrangig und wenig präsent. Während ihres Studiums machte sie zunehmend die Erfahrung, dass sich Pläne mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen sowieso immer wieder ändern können. So führte sie ihre Überlegungen, zu promovieren und in der Wissenschaft zu bleiben, letztlich zur Alexander von Humboldt-Stiftung: Hier konnte sie forschungsnah bleiben, ohne selbst forschen zu müssen. Mittlerweile leitet unsere Alumna ein Projekt zur Digitalisierung in der Stiftung, koordiniert die Interessen vieler Stakeholder, arbeitet konzeptionell und zeichnet verantwortlich für die individuelle eAkte. Was sich hinter ihren Aufgaben konkret verbirgt, welche weiteren Jobs und Verantwortlichkeiten in der Alexander von Humboldt-Stiftung zu finden sind und welche Kompetenzen Annika Cramer aus ihrem geisteswissenschaftlichen Studium noch heute zugutekommen, wird Teil unseres gemeinsamen Gespräches sein.
Annika Cramer hat an der Philosophischen Fakultät der Uni Köln im Bachelor English Studies und Skandinavistik und im Master North American Studies studiert.
06.11.2023 | Denkmalpflege & Stadtarchäologie
Zu Gast: Dr. Markus Pavlovic, Stadtarchäologe für die Stadt Aachen
„Hast du schon Gold gefunden?“ – Das ist eine der beiden häufigsten Rückmeldungen, wenn Dr. Markus Pavlovic von seinem Archäologie-Studium erzählt. Neben dieser Frage sei eine weitere sehr häufige Reaktion: „Ach, eigentlich wollte ich das auch immer machen, aber damit kann man kein Geld verdienen.“ Unserem Alumnus war dieser Gedanke damals egal, denn ihn haben vor allem zwei Fragen beschäftigt: Was machen Menschen? Und: Warum machen sie das? Während seiner Studiums- und Promotionszeit war es ihm grundsätzlich wichtig, im Rahmen von Praktika Erfahrungen zu sammeln und sich auszuprobieren. Der Mut, aktiv nach Möglichkeiten zu fragen und dabei auch mal unkonventionelle Wege zu gehen, hat ihn letztlich zur Stadt Aachen geführt, für die er zunächst als Praktikant und mittlerweile seit 2010 im Bereich der Stadtarchäologie arbeitet.
Wir möchten im Gespräch mit unserem Alumnus der Frage auf den Grund gehen, wie vielfältig die Aufgabenfelder und Möglichkeiten in der Archäologie sind, wie viel er als Stadtarchäologe bei Stadtentwicklung und Bebauungsplänen mitwirken kann, ob er wirklich kein Geld verdient, welche Rolle der Job in seinem Leben einnimmt, was Fantasyromane damit zu tun haben und wieso Markus Pavlovic überzeugt davon ist, dass Selbstreflexion und der Mut zum Risiko für den eigenen Lebens- und Berufsweg essentiell sind.
Dr. Markus Pavlovic hat an der Uni Köln Klassische Archäologie, Ethnologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Altgriechisch (Magister Artium) studiert und seine Promotion in Ur- und Frühgeschichte an der Uni Köln erfolgreich abgeschlossen.
13.11.2023 | USB Köln
Zu Gast: Dr. Hubertus Neuhausen, Direktor der Universitäts- & Stadtbibliothek Köln
Vor neun Jahren ist Dr. Hubertus Neuhausen an seine Alma Mater zurückgekehrt und fungiert seither als Direktor der Universitäts- & Stadtbibliothek Köln. Nach seinem 1. Staatsexamen in Latein und Altgriechisch an der Uni Köln hat er sich damals für ein Referendariat für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken entschieden, anschließend als Fachreferent gearbeitet, in der Klassischen Philologie promoviert und Schritt für Schritt in verantwortungsvolleren Positionen deutschlandweit gearbeitet. Im Laufe seiner Karriere hat sich im Bibliothekswesen insbesondere durch die Digitalisierung einerseits sehr viel an den Strukturen und Anforderungen auf Institutionsebene, andererseits auch an den gefragten Kompetenzen und Persönlichkeitsprofilen auf individueller Ebene verändert.
Wie die USB unter der Leitung von Hubertus Neuhausen es schafft, Prozesse auf den neuesten Stand zu bringen, konkurrenzfähig und Teil der digitalen Bedürfnislandschaft zu bleiben, verrät er uns im Gespräch. Darüber hinaus beleuchten wir, welche Fähigkeiten und Eigenschaften mittlerweile wichtig geworden sind, um für die USB arbeiten zu können und wie sich der Arbeitsmarkt im Bereich Bibliothekswesen und Informationswissenschaft generell wandelt.
20.11.2023 | Welcome Center für internationale Forschende (Uni Siegen)
Zu Gast: Dr. Nina Fenn, Leitung des Welcome Center für internationale Forschende der Uni Siegen
Während andere nach dem Abitur ein Jahr lang Work & Travel im Ausland gemacht haben, um herauszufinden, was sie beruflich werden wollen, stand für unsere Alumna Dr. Nina Fenn fest, dass sie ein Jahr lang Archäologie studieren möchte, um zu schauen, ob das wirklich was sein könnte. Denn so ganz blieb trotz des Traumes von Archäologie auch bei ihr die Frage nicht aus, inwiefern man damit sein Brot verdienen könne. Aus dem einen Jahr sind ein Magisterabschluss, eine Promotion und eine mehrjährige Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Archäologischen Institut der Uni Köln geworden. Mittlerweile leitet sie das Welcome Center für internationale Forschende an der Uni Siegen und zeichnet verantwortlich für Drittmittelakquise, Onboardingprogramme, Veranstaltungen und unterstützt bei der strategischen Ausrichtung der Internationalisierung der Universität.
Wie sie ins Wissenschaftsmanagement gekommen ist, welche Fertigkeiten und Strategien ihr dabei geholfen haben, welche Aufgaben sie heute meistert, was ihr Studium gebracht hat und was Fortbildungen, Hospitationen und Jobshadowings für eine Rolle dabei gespielt haben, wird sie uns im Gespräch verraten. Darüber hinaus gibt Dr. Nina Fenn Einblick in die unterschiedlichen internen und externen Netzwerke & Möglichkeiten in den Arbeitsbereichen der Welcome Center in Deutschland.
27.11.2023 | Deloitte (Career Week Special)
Zu Gast: Johanna Klein, Consultant for Government & Public Sector bei Deloitte
Johanna Klein arbeitet als Geistes- und Politikwissenschaftlerin für die Unternehmensberatung Deloitte, wobei es ihr eine Herzensangelegenheit ist, ausschließlich Behörden und Ministerien zu beraten. Bei ihren beruflichen Entscheidungen über Bachelor, Master bis hin zum ersten Vollzeitjob ist sie vor allem danach gegangen, was „spannend“ klingt. Im Gespräch möchte Johanna Klein Einblick in ihre Aufgaben als Consultant for Government & Public Sector bei Deloitte geben, über ihre wichtigen Meilensteine berichten und erläutern, inwiefern gerade ihre Perspektive als Anthropologin mit ihren Themenschwerpunkten in den Bereichen Gender Studies, gesellschaftlicher, demografischer sowie Arbeitswandel und Arbeitssoziologie in ihrem aktuellen Job besonders gefragt sind.
Johanna Klein hat in München Volkskunde und Europäische Ethnologie und darauffolgend den Master in Salzburg in European Union Studies studiert.
Die Veranstaltung findet in der universitätsweiten Career Week statt.
04.12.2023 | VNR GROUP
Zu Gast: Patricia Sparacio, Head of Sales in der VNR GROUP (Bonn) und Aufsichtsrätin in einem Medienunternehmen
Geleitet durch ihre große Leidenschaft für Bücher hat Patricia Sparacio ihre Studienfächer, ihre Nebenjobs und Praktika gewählt, was sie bis in die Position der Verlagsleitung Computerwissen und aktuell Head of Sales und in den Aufsichtsrat in einem Medienunternehmen geführt hat. Geholfen hat ihr auf diesem Weg vor allem, die Vielfalt aufzuzeigen, die sie als Geisteswissenschaftler*in zu bieten hat. Was die VNR GROUP genau macht, welche Verantwortung unsere Alumna dabei trägt, welche Vorteile ein Traineeship oder Volontariat auf dem Weg hin zum ersten Verlagsjob haben kann, worauf Patricia Sparacio mittlerweile bei der Personalauswahl besonders achtet und warum zunehmend Mitarbeiter*innen mit einer generalistischen Ausbildung gesucht werden, erfahren wir im persönlichen Gespräch mit ihr.
Patricia Sparacio hat an der Philosophischen Fakultät der Uni Köln Allgemeine Sprachwissenschaft, Italienisch und Philosophie (Magister Artium) studiert.
11.12.2023 | War Child
Zu Gast: Anna Wanetschek, Institutional Account Manager European Commission and German Donors at War Child
Seit ihrem 15. Lebensjahr stand für Anna Wanetschek fest, dass sie einmal beruflich etwas im Bereich Entwicklungszusammenarbeit machen möchte, die Frage war jedoch, wie man dort hinkommt. Nach dem Zwei-Fach-Bachelor in Ethnologie und Geographie an der Uni Köln, Auslandsforschung und Praktika setzte sie unterstützt durch ein Stipendium einen praxisorientierten Master in Manchester drauf und spezialisierte sich auf Projektmanagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Es folgten weitere Praktika und schließlich die erste Juniorstelle bei der Welthungerhilfe, bei der sie mehrere Jahre u.a. in Äthiopien arbeitete. Mittlerweile arbeitet Anna Wanetschek in Amsterdam bei War Child.
Was sie rückblickend raten würde, um schneller an den ersten richtigen Job bei einer NGO zu kommen, welche kritischen Fragen man sich selbst mit Blick auf die Arbeit bei einer NGO stellen sollte, was sie aus ihrem Studium konkret für die Arbeitswelt mitnimmt und welche vielfältigen Aufgaben sie heute bei War Child übernimmt, verrät sie uns im persönlichen Gespräch.
08.01.2024 | Curatorial Adventures
Zu Gast: Noah Anderson (he/him), Kulturmanager und (Programm-)Kurator
Unser Alumnus Noah Anderson ist derzeit auf professioneller Netzwerkreise in Kanada unterwegs, die er selbst als „Curatorial Adventures“ betitelt. Während dieser Reise tauscht er sich mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Institutionen und Personen im Kultur- und Kunstsektor aus, um sein transdisziplinäres Netzwerk zu erweitern und transatlantische Beziehungen aufzubauen. Darüber hinaus reiste er als DAICOR-Fellow 2023 (Building a Diverse and Inclusive Culture of Remembrance) – ausgerichtet von Cultural Vistas und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und der US Botschaft Berlin – in die USA um sich mit anderen Expert*innen vor Ort über die aktuellen Diskurse um Erinnerungskultur auszutauschen.
Als freelance Kulturmanager und Programmkurator wirkt er an zahlreichen Projekten mit: unter anderem fungiert er als Projektleiter bei der Konzeption und Programmkuration eines „Schwarzen Musik- und Kulturfestivals“, unterstütze als Mentor im Rahmen des Residenzprogramms TURN2 der Kulturstiftung des Bundes, saß in der 2023er-Jury des Berliner Projektfonds Urbane Praxis, gibt Mitte September als Duo den dritten Band der queeren Lyrik-Anthologie „Parabolis Virtualis“ heraus und begleitet als Kulturmanager das europäisch-wirkende partizipatorische Kunstprojekt „Monumental Shadows“, das symbolisch Kolonialfiguren vom Sockel holt und die Schatten von Geschichte und Gegenwart verschiebt.
Mit ihm werden wir im Gespräch beleuchten, wie vielfältig der berufliche Weg als Geisteswissenschaftler*in sein kann, welche Kompetenzen aktuell von ihm gefordert sind, welche Aufgaben er übernimmt und erörtern gemeinsam, wie wegweisend seiner Erfahrung nach das eigene Netzwerk sowie eigene Werte in Studium und Job sind. Außerdem diskutieren wir, inwieweit man sich nicht nur fragen sollte, was, sondern auch wie man als Geisteswissenschaftler*in arbeiten möchte und Impulse dafür mit an die Hand geben.
Noah Anderson hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Musikwissenschaft und Philosophie (Bachelor of Arts) studiert. Seinen Master of Arts absolvierte er im Bereich Arts and Cultural Management am King’s College London.
15.01.2024 | Freies Lektorat & Übersetzung
Zu Gast: Susanne Röltgen, selbstständige Lektorin und Übersetzerin
Susanne Röltgen arbeitet seit 18 Jahren als selbstständige Lektorin und Übersetzerin. Während sie in ihrer Anfangszeit nebenbei noch als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Englischen Seminar an der Uni Köln und später mit 8h/Woche an der TH Köln gearbeitet hat, ist sie mittlerweile voll selbstständig. Im Gespräch mit ihr möchten wir erfahren, wie unsicher die Selbstständigkeit wirklich ist, welche Eigenschaften und Rahmenbedingungen erforderlich sind, um als selbstständige Lektorin und Übersetzerin erfolgreich zu sein und welche Aufgaben und Anforderungen mit ihrem Job verknüpft sind. Außerdem möchten wir über die Bedeutung eines beruflichen Netzwerks sowie die Chancen und Herausforderungen durch Digitalisierung, KI etc. für ihre Berufsgruppe sprechen.
Susanne Röltgen hat Anglistik, Amerikanistik und Soziologie (Magister Artium) an der Uni Düsseldorf studiert.
22.01.2024 | LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler
Zu Gast: Richard Irmler & Dr. Markus Jansen, beides Mitarbeiter im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler in der Stabsstelle Kultur und Tourismus, Gedenkstätte Brauweiler, Öffentlichkeitsarbeit
Passend zum Abteijubiläum 2024 werden unsere beiden Alumni Richard Irmler und Dr. Markus Jansen zu Gast sein und über ihre Wege vom Studium hin zum LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler in der Stabsstelle Kultur und Tourismus, Gedenkstätte Brauweiler, Öffentlichkeitsarbeit berichten. Gemeinsam blicken wir auf ihre unterschiedlichen Karrierewege, aktuellen Jobs und damit verknüpften Chancen und Herausforderungen: Während sich Markus Jansen nach seinem Master in Geschichte an der Uni Köln für eine Promotion verknüpft mit einer Promotionsstelle an der Uni Köln entschied und nun seit November 2022 ein Volontariat in der Abtei Brauweiler macht, zeigt sich Richard Irmlers Weg weniger klassisch: Nach Realschulabschluss und Ausbildung zum Hörgeräteakustiker, der Fachhochschulreife und dem Bachelor in Geschichte in Marburg entschied er sich für den Master Public History an der Uni Köln. Dabei fungierte das Praktikum als Startschuss seiner Karriere, denn Richard Irmler arbeitete sich von der studentischen Hilfskraft, über das Volontariat weiter hoch zur Position als Wissenschaftlicher Referent mit unbefristetem Arbeitsvertrag. Außerdem promoviert Richard Irmler derzeit nebenbei im Themenfeld der nordrheinwestfälischen Psychiatriegeschichte.
Im Gespräch erfahren wir, was beide aus ihrem geisteswissenschaftlichen Studium mitgenommen haben, was sie Ihnen für den Berufsweg mitgeben möchten, welche Bedeutung sie der Promotion beimessen, welche Aufgaben sie gerade mit Blick auf das Jubiläumsjahr aktuell übernehmen und inwiefern ein Stück Glück bei jedem Berufsweg dazugehört.
29.01.2024 | Erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt - was Hochschulabsolvent*innen mitbringen sollen
Zu Gast: Dr.‘ Emilia Kmiotek-Meier, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS) der Universität zu Köln & Lena Hoffmann, ProfessionalCenter der Universität zu Köln
Der Abschluss der Veranstaltung "Arbeitsorte für Geisteswissenschaftler*innen" bildet ein Blick auf die Ergebnisse des Projekts „Erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt“ (ProfessionalCenter, Universität zu Köln). Das Projekt zielte darauf ab, konkrete Merkmale zu identifizieren, seien es Kompetenzen, Soft Skills oder Hard Skills, die Hochschulabsolvent*innen für den erfolgreichen Einstieg in den und Verbleib auf dem Arbeitsmarkt benötigen.
Keine Angst: Es erwartet Sie kein einstündiger Vortrag. Wir nähern uns dem Thema interaktiv an, sodass Sie Ihre Vorstellungen über den Arbeitsmarkt reflektieren können. Die gewonnenen Einblicke helfen Ihnen, über Ihre professionelle Zukunft aus einem neuen Blickwinkel nachzudenken.
Themenübersicht vom WiSe 22/23
11.10.2022 | Einführung: Arbeitsorte & Möglichkeiten als Geisteswissenschaftler*in
Referentin: Jessica Marx, Leitung Career Service der Philosophischen Fakultät
Die Auftaktveranstaltung von "Arbeitsorte für Geisteswissenschaftler*innen" umfasst eine offizielle Begrüßung sowie eine Einführung in die Möglichkeiten mit einem geisteswissenschaftlichen Studium. In diesem Kontext wird ein Überblick über die fakultätsweite Studierendenbefragung zur Berufsorientierung an der Philosophischen Fakultät gegeben und anhand der Ergebnisse weit verbreitete Sorgen und Unsicherheiten hinsichtlich der Jobchancen als Geisteswissenschaftler*in aufgegriffen, um Ihnen erste Impulse zur persönlichen Standortbestimmung und beruflichen Orientierung zu geben und neue Perspektiven zu eröffnen.
18.10.2022 | Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Zu Gast: Dr. Linda Bausch, Projektmanagerin bei der GIZ (Sektorvorhaben für Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Schwerpunkt Meeresmüllvermeidung)
Was verbirgt sich hinter der Gesellschaft für Interationale Zusammenarbeit (GIZ) als Arbeitgeber, welche Aufgaben übernimmt Dr. Linda Bausch in ihrem Projekt konkret und welche Fähigkeiten aus ihrem Studium nützen ihr noch heute? Neben einer kurzen Vorstellung ihres Arbeitgebers wird Dr. Linda Bausch Einblicke in ihren Werdegang sowie ihre Projektarbeit geben und aufzeigen, was ihr auf Ihrem Weg in Richtung Entwicklungszusammenarbeit geholfen hat.
Dr. Linda Bausch hat Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln studiert, in Politikwissenschaft promoviert und beschäftigt sich derzeit als Projektmanagerin bei der GIZ vor allem mit dem Themenbereich internationale Kooperationen, Entwicklungs- und Umweltpolitik.
25.10.2022 | Provinzial Versicherung (Career Week Special)
Zu Gast: Dr. Kirsten Gather, IT-Koordinatorin bei der Provinzial Versicherung
"Man muss im Leben nicht immer das Gleiche machen und kann ruhig den Sprung ins kalte Wasser wagen." Dr. Kirsten Gather zeigt mit ihrem sehr vielseitigen und spannenden Berufsweg, wie viele Möglichkeiten Geisteswissenschaftler*innen offenstehen, wie richtungsweisend ein Denken "out of the box" sein kann und dass Umbrüche im Berufsleben nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müssen. Nach befristeten Stellen an der Uni Köln und Uni Heidelberg zog es sie zurück in die Wirtschaft, wo sie zunächst als Linguistin und Analystin in einem Start-up arbeitete, das sich auf KI-gestützte Automatisierung spezialisiert hat. Von dort wechselte sie als IT-Koordinatorin und Business Analystin in einen Großkonzern, die Provinzial Versicherung. Neben ihrem regulären Aufgabengebiet beschäftigt sie sich dort aktuell im Rahmen eines Förderprogramms unter anderem mit dem sogenannten „Transformational Mindset“. Dieses Konzept wird Frau Dr. Gather in der Veranstaltung kurz vorstellen, da es für den Quereinstieg von Geisteswissenschaftler*innen in andere Berufsfelder sowie auch generell bei fachlicher Umorientierung relevant sein kann.
Dr. Kirsten Gather hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Musikwissenschaft im Haupt- sowie Englische Philologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft im Nebenfach (M.A.) studiert und im Bereich Englische Philologie promoviert.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Career Week statt.
08.11.2022 | XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V.
Zu Gast: Dr. Vanessa Höse, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V
Dr. Vanessa Höse arbeitet mittlerweile in Berlin und setzt sich bei XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation für die Themen NGO, Menschenrechte & Migration ein. Erste Berührungspunkte mit den Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit hatte sie bereits als Pressereferentin bei ihrem Job am Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln. Im Anschluss zog es sie nach Berlin, wo sie sich nebenher als Trainerin für politische Bildungsarbeit ausbilden ließ und zunächst für das Mentoring bei XENION arbeitete. Von ihr erfahren wir nicht nur, wie XENION als Organisation aufgebaut ist und welche vielfältigen Berufsfelder entstehen, sondern auch, wie richtungsweisend die eigenen Interessensfelder, wie bedeutend Netzwerke und wie ausschlaggebend all die Fähigkeiten sind, die man sich im Laufe der Zeit über Studium, Jobs und das eigene Engagement aneignet.
Dr. Vanessa Höse hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Regionalstudien Lateinamerika studiert.
15.11.2022 | Gerda Henkel Stiftung
Zu Gast: Georgios Chatzoudis, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation bei der Gerda Henkel Stiftung
"Irgendetwas mit Medien" war für Georgios Chatzoudis im Abitur bereits klar. Dann studierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Völkerrecht und Anglistik. Über einige Umwege und Abzweigungen leitet er mittlerweile die Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Gerda Henkel Stiftung. Chatzoudis wird bei seinem Vortrag Einblicke in seinen persönlichen Werdegang geben, von der Arbeit in einer Stiftung berichten und Ihnen ganz persönliche Tipps mit auf den Weg geben, worauf man sich bei der Bewerbung & Berufsorientierung als Geisteswissenschaftler*in vor allem konzentrieren sollte.
22.11.2022 | denkwerk - Digitalagentur
Zu Gast:Marco Zingler, Geschäftsführer der Digitalagentur denkwerk
Marco Zingler hat Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie an der Philsophischen Fakultät der Universität zu Köln studiert, gründete mehrere Start-ups und ist seit 2001 Geschäftsführer von denkwerk, einer Digitalagentur mit vier Standorten in Köln, Hamburg, Berlin und München und rund 210 Mitarbeiter*innen aus 14 Nationen. Im Gespräch mit ihm möchten wir erfahren, wohin ihn sein vielseitiges Interesse bisher geführt hat und noch führen wird, wie man es als Geisteswissenschaftler*in schafft, auf sich und seine Fähigkeiten zu vertrauen, um sich ein erfülltes (Arbeits-)leben zu ebnen, was ihm sein Umfeld geraten und sein Studium eigentlich gebracht hat.
29.11.2022 | LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Zu Gast: Dr. Erich Claßen, Leiter des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland
"Ich habe mich immer sehr breit für Dinge interessiert, was mir rückblickend einiges gebracht hat." Nach dem Studium in Köln, einem Volontariat in Sachsen-Anhalt und einigen Anstellungen in München hat es Dr. Erich Claßen 2013 wieder zurück ins Rheinland gezogen, wo er seit 2019 das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege leitet. Neben seiner Expertise im Bereich der Bodendenkmalpflege ist sein Weg u.a. geprägt von umfangreicher Geländetätigkeit, Erfahrungen im Museum, in projektbezogenen Tätigkeiten an der Universität sowie Auslandsaufenthalten. Dr. Erich Claßen wird in der Veranstaltung nicht nur das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege als Arbeitsort vorstellen, sondern auch von seinem eigenen vielseitigen Weg berichten und im Gesamtkontext potenzielle Arbeitsfelder für Archäolog*innen erläutern. Zudem werden wir zum einen erfahren, warum es wichtig ist, schon früh seine eigenen Interessen und Stärken kennenzulernen und zum anderen, dass der Berufsweg nicht komplett planbar sein muss.
Dr. Erich Claßen hat Ur- und Frühgeschichte, Klassische und Provinzialrömische Archäologie sowie Geologie/Paläontologie an der Universität zu Köln studiert.
06.12.2022 | AmerikaHaus NRW e.V.
Zu Gast: Dr. Benjamin Becker, Direktor (bis Oktober 2022) AmerikaHaus NRW e.V.
"In der Rückschau sind meine Entscheidungen und Stationen alle sehr logisch - nach vorne schauend war es oft ungewiss, wohin die Reise geht." Dr. Benjamin Becker hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Englisch und Geschichte auf Lehramt (1. Staatsexamen) studiert, kehrte dem Lehramt zunächst den Rücken zu, promovierte in Englischer Philologie und übernahm nach einigen spannenden Stationen in Berlin 2017 die Leitung des AmerikaHaus NRW e.V. in Köln. Nun steht erneut ein beruflicher Wechsel bevor: Denn ab Winter 2022 zieht es ihn zurück ins Lehramt: Benjamin Becker startet sein Referendariat.
Im Gespräch mit ihm werden wir einerseits einen Überblick über das AmerikaHaus NRW als Arbeitsort im Themenfeld Politik, Kultur, Wirtschaft und Bildung erhalten: Wer arbeitet dort? Welche Aufgaben werden allgemein und vom Direktor/von der Direktorin übernommen? Welche Anforderungen und Fähigkeiten sind gefragt?
Darüber hinaus tauchen wir außerdem in seine persönlichen Erfahrungswerte ein: Wie hat er sich seinen beruflichen Weg geebnet, was hat ihm im Studium, während der Promotion, aber auch bei seinen Folgestationen am meisten geholfen und welche Impulse und Tipps hat er für persönliche Entscheidungsprozesse mit Blick auf den eigenen Berufsweg?
13.12.2022 | Wikinger Museum Haithabu (Online über Zoom)
Zu Gast: Dr. Mattias Toplak, Leiter des Wikinger Museums Haithabu
Wie wird man Museumsleiter? Welche Netzwerke und Kompetenzen sind notwendig, um seine Berufschancen im Museumswesen zu erhöhen und was macht Dr. Matthias Toplak in seinem Arbeitsalltag konkret? Dr. Matthias Toplak hat Ur- und Frühgeschichte, Skandinavistik mit Schwerpunkt Altnordistik und Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln und Stockholm studiert, in Tübingen im Bereich der Mittelalterarchäologie promoviert und ist seit Herbst 2021 Leiter des Wikinger Museums Haithabu bei Schleswig. Im Gespräch mit ihm erhalten wir Einblicke über seinen Werdegang, Berufsalltag und die vielfältigen Aufgabenfelder im Museum.
Hinweis: Die nordische Online-Zeitschrift norrøna hat einen Artikel über die Vortragsreihe im WiSe 22/23 geschrieben und über den Termin am 13.12.2022 zum Arbeitsort Wikinger Museum Haithabu berichtet.
10.01.2023 | Stadtarchiv Darmstadt
Zu Gast: Dr. Peter Engels, Leiter des Stadtarchivs Darmstadt
Welche Anforderungen müssen erfüllt sein, um im Archivwesen zu arbeiten? Was macht ein Archiv zu einem besonderen Arbeitsplatz? Welche Aufgaben erwarten mich & welche Einstiegsmöglichkeiten bieten sich an?
Dr. Peter Engels hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln Geschichte, Latein und Musikwissenschaft studiert und leitet seit 1993 das Stadtarchiv Darmstadt. Sein Vortrag ist eine Mischung aus Persönlichkeitsbericht & Information über den Weg ins Archivwesen. Dr. Peter Engels wird uns Einblicke in seinen Arbeitsalltag geben, über seinen Weg ins Archiv im Besonderen und die Möglichkeiten im Berufsfeld Archivwesen überhaupt sprechen, nach dem Bachelor bzw. Master oder der Promotion.
17.01.2023 | Qantara.de (Deutsche Welle)
Zu Gast: Loay Mudhoon, Redaktionsleiter Qantara.de und Nahost-Experte bei der Deutschen Welle
Was ist Journalismus und was verbirgt sich hinter dem für viele empfundenen Traumberuf der Medienwelt? Loay Mudhoon ist Nahost-Experte und Redaktionsleiter vom mehrsprachigen Internetmagazin Qantara.de (Deutsche Welle), das auf Deutsch, Englisch und Arabisch den Dialog mit der islamischen Welt fördern will. Darüber hinaus arbeitet er als Lehrbeauftragter für Internationale Politik und Außenpolitik und am Orientalischen Seminar der Universität zu Köln.
Mudhoon zeigt Ihnen auf, dass es nicht den einen Königsweg in Richtung Journalismus gibt, sondern viele unterschiedliche (Um)wege. Zudem gibt er Einblick in seinen beruflichen Werdegang, der u.a. Stationen beim Goethe-Institut, Publikationen von Rezensionen in Fachzeitschriften und den Aufbau der arabischsprachigen Redaktion bei der Deutschen Welle aufweist. Ferner erläutert er Ihnen, mit welchen besonderen Qualitäten Geisteswissenschaftler*innen den Journalismus bereichern können und gibt Ihnen abschließend praktische Tipps für Ihre Berufsorientierung mit an die Hand.
Loay Mudhoon hat Politikwissenschaft, Orientalistik und Pädagogik an der Philosophischen Fakultät an der Universität zu Köln studiert.
24.01.2023 | ella Lab - Gesellschaft für Künstliche Intelligenz mbH
Zu Gast: Nasrin Saef, Head of Machine Learning bei ella Lab - Gesellschaft für Künstliche Intelligenz mbH
Von der Digitalisierung, neuen Entwicklungen und den damit verknüpften erweiterten Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hat Nasrin Saef bei ihrem eigenen Berufsweg stark profitiert. Schon in ihrem dualen Studium zur Diplom-Archivarin in Hessen hat sie sich intensiv mit den Herausforderungen des Digitalen im Archivwesen auseinandergesetzt. Als ihr ein Freund vom Studium der Informationsverarbeitung in Köln erzählte, war ihr Interesse einmal mehr geweckt; denn gerade der Schwerpunkt im kulturwissenschaftlichen Bereich schien die perfekte Ergänzung. So schlug sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie kehrte als gebürtige Kölnerin zurück in ihre Heimat, studierte erst Informationsverarbeitung und Medienkulturwissenschaft im Zwei-Fach-Bachelor und anschließend informationsverarbeitung im Ein-Fach-Master an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Insbesondere die Technolgien maschinellen Lernens sowie die Sprachverarbeitung haben ihr Interesse geweckt und wurden im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Themenkontext Archivwesen zu ihrem Schwerpunkt. Mittlerweile arbeitet sie als Head of Machine Learning beim in Köln und Berlin ansässigen Start-Up ella Lab - Gesellschaft für Künstliche Intelligenz mbH. Dort verantwortet sie ein zehnköpfiges Team, das Technologien für Textgenerierung mit Hilfe von maschinellem Lernen entwickelt.
31.01.2023 | Abschluss: Meine Qualifikation als Geisteswissenschaftler*in
Zu Gast: Lilian Steinbach, Mitarbeiterin im Dekanat der Philosophischen Fakultät
Lilian Steinbach ist nicht nur Mitarbeiterin im Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, sondern auch unsere Alumna (North American Studies). Als Geistes- und Kulturwissenschaftlerin sowie Lehrbeauftragte an der Uni Bonn u.a. zum Themenschwerpunkt: Perspektiven mit Geisteswissenschaften wird sie die Veranstaltungsreihe abschließen und die Frage beleuchten, inwieweit ein geisteswissenschaftliches Studium für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Dabei wird sie auf unterschiedlichen Ebenen mit Ihnen erarbeiten, wie viele Fähigkeiten und Kompetenzen während der Studienzeit zusammenkommen, die wiederum auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt sind.